1° Alpenmarathon für Mototrräder


Am 2. August galt es sehr früh aufzustehen, denn ein besonderer Event war am Programm. 6 Iron-Butts (Erich, GiGi, Karl, Laudi, Woifi und ich) stellten sich der Herausforderung, den 1° Alpenmarathon für Motorräder zu absolvieren.
Eckdaten:
Strecke 783 KM – freie Routenwahl, aber keine Autobahnen erlaubt.
6 Kontrollpunkte und 2 Kontrollzonen mussten innerhalb definierter Zeitfenster gefunden und angefahren werden – mit Stempel als Nachweis.

Los ging es (ein wenig später als geplant) um 6:00 beim Huberttushof und zum Aufwärmen gleich mal die Roßfeld Höhenringstrasse (Kontrollpunkt 1). Durch das Salzachtal, über den Dientner Sattel und Lend rauf auf den Groß Glockner (Kontrollpunkt 2). Dort hat sich GiGi in einer der zahlreichen Kehren kurzerhand von unnötigem Ballast befreit und sein nagelneues iPhone 5 in die Botanik geschleudert. Eine kurze Suche brachte keinen Erfolg, also nichts wie weiter – denn der Zeitplan war straff. (Anmerkung: ein ehrlicher Camper hat es neben seinem WoMo gefunden und beim Campingplatz Zell am See für GiGi zur Abholung hinterlegt – Respekt)

Nächster kurzer Stop (3. Kontrollpunkt) war dann außerhalb von Lienz, bevor es in Richtung Dolomiten weiter ging. Wir wählten die Route über den Misourina See, wo wir eine Zwangspause einlegen mussten, um unseren GiGi, der von argen Krämpfen in den Händen und Füßen geplagt wurde, mit Magnesium wieder fit zu machen – Danke an Erich (bzw. vermutlich Marianne) der mit dem entsprechenden Material ausgerüstet war und es selbstlos zur Verfügung gestellt hat.
Über den Falzarego ging es rauf zum Pordoi Joch, wo wir zwischen den Kehren 20 und 22 die Kontrollzone 1 entdeckten. Es war 13:00 und wir lagen perfekt im Zeitplan, also ein paar schnelle Bilder gemacht und weiter Richtung Sella, wo sich bereits eine starke Gewitterfront aufgebaut hatte. Die ersten ca. 350 KM waren trocken gewesen, aber die restlichen 450 gab es nur mehr Regen. Der war teilweise so heftig, dass wir nicht nur unsere geplante Route über den Ritten abändern mussten, sondern sogar zu einer Zwangspause unter dem Vordach einer großen Firma gezwungen wurden.
Also anstelle des Ritten machten wir den Umweg über Bozen, um ins Sarntal zu fahren, wo wir (deutlich später als geplant, aber immer noch sehr gut im Zeitfenster) den Kontrollpunkt 4 erreichten. Stempel abgeholt und rauf auf das Penser Joch, wo es ausnahmsweise nicht regnete (daher Fotostop), aber dafür der Wind so stark geweht hat, dass es nicht zum längeren Verweilen einlud.
Über Sterzing, den Brenner, Pfons und Hall ging es zur Kontrollzone 2, welche sich bei der Karlskirche (Serviten Convent) befand. Obwohl das Wetter mies war und die Autobahn lockte, blieben wir standhaft und quälten unsere Bikes auf diversen Bundes- und Nebenstraßen durch die ganzen Dörfer bis nach Scheffau wo die Biker Ranch schon sehr einladend zu einer längeren Pause verlockte.
Da wir aber, vor allem durch die Regenfahrten, schon deutlich hinter unserem eigenen Zeitplan zurück lagen, blieben wir hart, holten uns lediglich den Stempel des Kontrollpunkts 5 und machten uns auf, die letzten 150 KM (welche ja bekanntlich die härtesten sind) abzuspulen. Über St. Johann i.T. und Reit im Winkel ging es Richtung Marquartstein bis wir in Bernau genau in den Sonnenuntergang fuhren.
Jetzt noch eine flockige Runde um den Chiemsee (natürlich am Westufer, also lange Variante) und in Seebruck fanden wir dann trotz Dunkelheit und Regen den 6. und letzten Kontrollpunkt.
Stempel geholt und die letzten 30 KM zum Ziel – dem Schweizerhof in Wonneberg – zurückgelegt, wo wir nass, geschafft, müde, hungrig, aber voll mit Endorphinen um 21:30 nach ~800 KM angekommen sind.

Lohn für die Anstrengung:
1 T-Shirt
1 den ‘goldenen’ Badge für die Marathon Strecke 783 KM
2 Aufkleber
… und ein Erlebnis, dass einem niemand nehmen, aber auch nicht nachfühlen kann, wenn man es nicht selber erlebt hat.

Statistik:
Bezinverbrauch: ca. 50-60 Liter je nach Bike
Nahrung: 1 Wurstsemmerl, 1 Müsliriegel, 1 Banane, 2 Red Bull

Es hätte auch noch 2 kleinere Runden (350 KM und 550 KM) zur Auswahl gegeben, aber die sind von uns zu keiner Zeit in Betracht gezogen worden.
… und wenn 2015 zum 2° Alpenmarathon gerufen wird, werden die, die dabei waren, sicherlich wieder die lange Distanz wählen.